OEE multipliziert drei Quoten: Verfügbarkeit (lief die Anlage?), Leistung (lief sie mit der Soll-Geschwindigkeit?) und Qualität (war das Ergebnis beim ersten Mal gut?). Das Ergebnis ist der Anteil der geplanten Produktionszeit, der verkaufbare Produkte mit der vorgesehenen Geschwindigkeit hervorgebracht hat.
Sie werden multipliziert und nicht gemittelt, weshalb das Ergebnis oft drastisch aussieht — jeweils 90 % ergeben insgesamt 73 %. Diese Strenge ist der eigentliche Nutzen. Drei tolerierbare Verluste summieren sich zu einem untragbaren Gesamtergebnis, und die Arithmetik zeigt dies auf eine Weise, wie es drei separate Prozentwerte niemals könnten.
Die einzelne Zahl ist für sich genommen nahezu bedeutungslos. Was ihren Wert ausmacht, ist die Aufschlüsselung: Ein von Verfügbarkeit geprägter Verlust weist auf Wartung und Rüstzeiten hin, ein Leistungsverlust auf kurze Stopps und Langsamlauf, ein Qualitätsverlust auf Prozessfähigkeit. Drei verschiedene Projekte, und die Quote verrät Ihnen, welches Sie angehen müssen.
Die Kennzahl verkommt schnell, wenn sie als Zielvorgabe genutzt wird. Geplante Ausfallzeiten werden künstlich aufgebläht, Anlagen werden über das hinaus betrieben, was der Prozess hergibt, Nacharbeit wird als gut gewertet — all das steigert die Zahl, verbessert aber rein gar nichts. Sie ist ein Diagnosewerkzeug. Wird sie als KPI behandelt, wird sie zur Fiktion, und ein Vergleich zwischen verschiedenen Maschinen oder Standorten war ohnehin noch nie zulässig.