FMEA — Failure Mode and Effects Analysis — analysiert, wie ein Prozess oder Produkt versagen könnte, welche Folgen jeder Fehler hätte, wie wahrscheinlich er ist und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass er entdeckt wird, bevor er Schaden anrichtet.
Bedeutung, Auftretenswahrscheinlichkeit und Entdeckungswahrscheinlichkeit werden bewertet und zu einer Risikoprioritätszahl multipliziert, mit der die Handlungsbedarfe priorisiert werden. Die RPZ ist lediglich eine Sortierhilfe: Sie komprimiert drei verschiedene Größen zu einer einzigen und lässt sich durch leichtes Anpassen der Bewertungen einfach manipulieren. Eine Bedeutung von 10 erfordert Aufmerksamkeit, unabhängig vom Gesamtergebnis.
Ihr wahrer Wert liegt darin, dass sie durchgeführt wird, bevor etwas schiefgeht. Die meiste Qualitätsarbeit erfolgt reaktiv — ein Fehler tritt auf und wird analysiert — wohingegen die FMEA eine der wenigen strukturierten Möglichkeiten bietet, über Fehler nachzudenken, solange Änderungen noch günstig sind.
Sie scheitert eher als Dokument denn als Methode. Wenn sie nur für ein Kundenaudit ausgefüllt und abgelegt wird, raubt sie Tage und ändert nichts. Sie rechtfertigt ihren Aufwand erst dann, wenn die Zeilen mit hohem Risiko zu konkreten Gegenmaßnahmen führen und sie bei Prozessänderungen erneut überprüft wird.