Hoshin Kanri ist eine Methode zur Kaskadierung strategischer Ziele über die gesamte Organisation hinweg, sodass die tägliche Arbeit an der Ausrichtung ausgerichtet ist und der Fortschritt zurückgemeldet wird. Sie wird auch als Zielentfaltung (Policy Deployment) bezeichnet.
Sie adressiert ein spezifisches Problem: eine Strategie, die jährlich formuliert, breit präsentiert und am darauffolgenden Dienstag völlig vom Handeln des Einzelnen entkoppelt ist. Hoshin übersetzt jedes Ziel auf die darunter liegende Ebene, sodass aus einem Unternehmensziel Abteilungsziele und schließlich Teamaktivitäten werden – wobei die Durchgängigkeit in beide Richtungen gewahrt bleibt.
Das entscheidende Merkmal, das sie von einer gewöhnlichen Kaskadierung unterscheidet, ist der Catchball-Prozess: Ziele werden zwischen den Ebenen verhandelt statt einfach vorgegeben. Die Ebene, die ein Ziel erhält, debattiert über dessen Machbarkeit sowie den dafür nötigen Aufwand – wodurch das Ziel angepasst wird. Erst durch diesen Austausch entsteht echtes Engagement; lässt man ihn weg, hat die Methode lediglich den Charakter einer reinen Verteilungslogik.
Zudem erzwingt sie die Fokussierung. Ein Hoshin-Prozess mit fünfzehn Prioritäten hat keine echte Entscheidung getroffen; die Disziplin zeigt sich in dem, was weggelassen wird. Organisationen, die sich von nichts trennen können, erreichen dieselbe Verwässerung wie zuvor – nur mit mehr Papierkram.